Auflage

Die Auflage ist abzugrenzen von dem Vermächtnis. Die Auflage führt, anders als das Vermächtnis, nicht zu einem Anspruch des Begünstigten auf Erfüllung. Unter Umständen können Behörden jedoch die Erfüllung verlangen, wenn die Auflage im öffentlichen Interesse angeordnet wurde.

Typische Auflagen sind zum Beispiel Anweisungen zur Pflege des Grabes, zur Art der Bestattung, zur Pflege hinterbliebener Haustiere, Zuführung bestimmter Gegenstände zu sozialen Zwecken oder auch die Auflage, das Erbe in eine zu errichtende Stiftung einzubringen.

Vermächtnis

Durch ein Vermächtnis können einzelne Gegenstände oder Forderungen anderen Personen als dem bzw. den Erben zugeordnet werden. Der sog. „Vermächtnisnehmer“ erhält hierdurch einen Anspruch auf Übereignung bzw. Herausgabe eines bestimmten Gegenstandes. Das Vermächtnis grenzt sich hierdurch von der Auflage ab. Bei Wegfall des Vermächtnisnehmers können in gleicher Weise Ersatzvermächtnisnehmer benannt werden.

Das Vermächtnis erfüllt sich nicht „von selbst“, sondern es bedarf eines Übertragungsaktes. Diesen müssen der zur Erfüllung des Vermächtnisses verpflichtete Erbe und der Vermächtnisnehmer vornehmen. Gegebenenfalls muss der Anspruch im Fall der Weigerun gerichtlich durchgesetzt werden.

Das Vermächtnis existiert in zahlreichen Einzelformen (z.B. Vor- und Nachvermächtnis, Wahlvermächtnis etc.). Häufig wird das Vorausvermächtnis gewählt. Dieses erlaubt einer Person, die bereits zu Erben oder Miterben eingesetzt ist, zusätzlich einen Einzelgegenstand zu vermachen. Dieser Gegenstand unterliegt dann nicht den Beschränkungen der Vorerbfolge.

Beim Vermächtnisnehmer unterliegt das Vermächtnis der Erbschaftssteuer. Es wird besteuert, als hätte der Vermächtnisnehmer es als Erbe erhalten. Beim Erben selbst sind die Vermächtnisse bei der Ermittlung der Bereicherung hingegen abzuziehen.

Vormundsbenennung

Wer Personensorgeberechtigter für minderjährige Kinder ist, kann im Testament einen Vormund benennen, der nach seinem Tod sowohl die Erziehung als auch die Vermögensverwaltung für die Kinder bis zu deren 18. Lebensjahr wahrnehmen. Der im Testament benannte kann die Vormundschaft nur aus wichtigem Grund ablehnen. Damit kann vermieden werden, dass z.B. das Vormundschaftsgericht mit Hilfe des Jugendamtes eine Person bestimmt, die dem Erblasser nicht genehm ist.

Bsp:
Die Eltern sind geschieden. Die Mutter erhält die alleinige elterliche Sorge für das Kind. Die Mutter möchte ausschließen, dass der leibliche Vater des Kindes nach ihrem Tod die Erziehung übertragen bekommt, weil sie mit den Erziehungsmaßnahmen der neuen Partnerin des leiblichen Vaters nicht einverstanden ist.